Nachbericht Klimastreik am 27.05.

Am Freitag den 27.05. streikten über 50 Menschen gemeinsam fürs Klima. Nach einer Rede, in der unsere Ablehnung des forcierten Stadionneubaus in Oldenburg zum Ausruck gebracht wurde, ging es auf die bekannte Route auf den Wallring: Vorbei an Lappan und Julius-Mosen-Platz ging es unter Unterstützung der Sosolya Undugu Dance Academy aus Uganda (https://sosolya.de/) zum Klimacamp. An dieser Stelle nocheinmal vielen Dank für die musikalische Unterstützung!

Am Klimacamp folgte dann eine kurze Zwischenkundgebung, in der auf das Klimacamp und die damit verbundenen Ziele und Aktionen aufmerksam gemacht wurde. Aktuelle Infos findet Ihr hier: https://www.instagram.com/klimacamp.oldenburg/

Danach ging es unter lautstarken Demorufen am Hafen vorbei zurück zum Bahnhof, wo die Versammlung schließlich endete.

Danke an alle Menschen, die mit uns auf der Straße waren!

Der nächste Streik wird am 24.06. stattfinden, weitere Infos folgen.

Verkehrswende jetzt — A 20 stoppen!

Der vor einigen Wochen veröffentlichte sechste Bericht des Weltklimarats IPCC zeigt ganz klar: Wir müssen unsere Anstrengungen beim Klimaschutz sehr schnell deutlich verstärken.

In Deutschland gibt es einen Sektor, der seine Klimaschutzziele seit Jahren verfehlt und seit 1990 kaum etwas zur Verringerung der Treibhausgasemissionen beigetragen hat: Der Verkehrssektor.

Autos werden immer größer und schwerer, Güter werden
weiter zum großen Teil auf der Straße transportiert. Wenn wir die Folgen der Klimakrise erträglich halten wollen, ist es notwendig, daran schnell etwas zu ändern. Das kann nur mit einer echten Verkehrswende gelingen, weg vom Auto, hin zu mehr Fußwegen, Fahrrad, Bus und Bahn.
Aus diesem Grund ist es ein Irrweg, für viele Milliarden Euro neue Autobahnen durch Deutschland zu bauen. Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist die geplante A 20, die über gut 200 Kilometer durch norddeutsche Moore und Marschland führen soll. Gründe gegen diese neue Autobahn gibt es viele:

• Sie ist das umweltschädlichste Verkehrsprojekt Deutschlands: Allein in den ersten beiden Bauabschnitten würden durch den Aushub von Torf fast 450.000 Tonnen CO₂ freigesetzt. Angesichts einer immer drängender werdenden Klimakrise ist das unverantwortlich.
• Bisher unzerschnittene Natur- und Landschaftsräume werden zerstört. Das gefährdet seltene Tier- und Pflanzenarten und verschärft dadurch den jetzt schon dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt.
• Die geplante Autobahn ist unwirtschaftlich: Der Bau wird vermutlich sehr viel teurer als geplant, mit Kosten von mindestens sieben Milliarden Euro muss gerechnet werden. Selbst nach dem sehr optimistischen Maßstab des Bundesverkehrswegeplans ist das mehr als der erwartete wirtschaftliche Nutzen.
• Wir brauchen die A 20 nicht: Die Verkehrsprognosen sind veraltet und nicht mehr haltbar. Auch für die Hinterlandanbindung der Seehäfen hat die A 20 keine Bedeutung, weil der Großteil der dort umgeschlagenen Güter Richtung Süden transportiert werden muss und die Ost-West-Autobahn A 20 dafür nutzlos ist.

Wir brauchen keine neuen Autobahnen, wir brauchen Mobilität, die sich jeder Mensch leisten kann und die unseren Planeten nicht kaputt macht.
Deshalb rufen wir dazu auf: Demonstriert mit uns gegen den Klimakiller A20! Tretet mit uns ein für eine echte Verkehrswende. Kommt mit uns auf die Straße:
Am Samstag, 21. Mai 2021, 13:00 Uhr auf dem Bahnhofsplatz in Oldenburg (Oldb)
Unterzeichner*innen
• Fridays For Future Rastede
• BUND Ammerland
• adfc Ammerland
• A20-nie: Koordinationskreis der Initiativen und Umweltverbände gegen die A20
• NABU Oldenburger Land
• Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH)
• W.I.M. — Weniger. Ist. Machbar.
• Klimacamp Oldenburg
• Schutzgemeinschaft Ländlicher Raum Nord-West
• JANUN Oldenburg
• Fridays For Future Oldenburg
• Moor bleibt Moor
• Students For Future Oldenburg
• BUND Jugend Niedersachsen
• Naturschutzgemeinschaft Ammerland
• Verkehrswandel Oldenburg
• adfc Oldenburg
• NABU Rastede

Klimastreik am 27.05.

📢 27.5 | 12 Uhr | Bhf 📢

Am 27.5. demonstrieren wir ab 12 Uhr beim Hauptbahnhof wieder fürs Klima!

Angesichts der weiteren Förderung von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen sowie der weiteren Verwendung von russischem Gas werden wir wieder für eine Energiewende auf die Straße gehen.

Es braucht nachhaltige Lösungen ohne Kohle, ohne Gas und ohne Atomstrom! Wir brauchen konsequenten Ausbau der Förderungen von erneuerbaren Energien.

Komm jetzt mit uns auf die Straße ✌️
Wir freuen uns auf Dich!

Nachbericht Klimastreik am 22.04.

Am 22.04. gingen knapp 100 Menschen gemeinsam für eine konsequente Energiewende auf die Straße. Thema war unter anderem das Urteil zu Lützerath (https://www.zeit.de/news/2022-03/28/gericht-kein-vorlaeufiger-raemungsstopp-in-luetzerath?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F), aber auch der neue Teil des IPCC-Berichts (https://www.ipcc.ch/report/sixth-assessment-report-working-group-3/).

Nach zwei Reden zu Lützerath, dem IPCC-Bericht und Klimakommunikation ging es vom Bahnhofsplatz aus auf die bewährte Route um den Innenstadtring, wobei ein Schlenker samt Zwischenkundgebung vor dem Herbartgymnasium eingebaut wurde. In der Rede auf der Zwischenkundgebung ging es insbesondere um die Möglichkeiten einer lokalen Energiewende, auch Klimabildung war Thema.

Nach der Zwischenkundgebung ging es unter lauten Sprechchören am Hafen vorbei zurück zum Bahnhof, wo in der letzten Rede des Streiktages insbesondere die Verbindung vom Ukrainekrieg zur jetzt notwendigen Energiewende hervorgehoben wurde.

Vielen Dank an alle, die da waren!

Der nächste Streik findet am 27.05. ebenfalls auf dem Bahnhofsplatz statt, kommt gerne vorbei!

Busfahrt nach Lützerath am 22.04.

Am 22.04. fahren wir mit dem Bus zur Demo nach Lützerath! Bucht Euch gerne unter https://fridaysforfuture-hannover.de/produkt/niedersachsenbus/ ein Ticket und teilt diese Nachricht wo Ihr nur könnt! Weitere Infos und den Aufruf zur Demo findet Ihr hier: https://www.alle-doerfer-bleiben.de/demo/

Der Bus fährt über folgende Orte:

🚍16:15 Uhr, Aurich, ZOB
🚍17:00 Uhr, Leer, ZOB
🚍18:00 Uhr, Oldenburg, ZOB
🚍19:45 Uhr, Osnabrück, ZOB

Eine Hin- und Rückfahrt kostet 25€ regulär, 10€ ermäßigt, 40€ Soli-Preis. Bitte nutzt den ermäßigten Preis nur, wenn ihr finanziell nicht in der Lage seid.

Es gibt 50 Tickets! Also auf geht’s zur Großdemo am 23.04. um 12 Uhr in Lützi!

🎫Tickets erhaltet ihr unter:

Niedersachsenbus (Aurich, Leer, Oldenburg, Osnabrück) – Lützerath

😷Bitte teste dich auf Corona vor der Fahrt und nehme eine FFP2-Maske mit.

⛺️Was brauchst du?
– Zelt(ggf. Hammer)
– Schlafsack
– Isomatte
– Essen
– Trinken
– Hygieneartikel
– Taschenlampe
– Powerbank u. Ladekabel
– Demoschild
– Gute Laune

Kommt gerne für weitere Kommunikation in die Gruppe:
https://t.me/+sVU7AowuSJIwZWFi

Falls Ihr noch Fragen habt, schreibt uns gerne.

Wir freuen uns auf Euch!

Klimastreik am 22.04.: Energiewende! Jetzt!

Am 22.04. streiken wir ab 12 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz für eine konsequente Energiewende. Es wird eine Laufdemo um die Innenstadt geben, welche von kurzen Redebeiträgen auf dem Bahnhofsvorplatz eingerahmt wird.

Das Urteil zu #Lützerath🏡 hat schmerzhaft gezeigt, dass das deutsche Recht leider weiterhin nicht Klimaschutz an erste Stelle stellt. Hier ist die Politik gefragt, Klimaschutz zu priorisieren und diese Priorisierung auch bindend in geltendes Recht einfließen zu lassen.

Insbesondere durch die zwangsläufige Umstrukturierung der deutschen Energieversorgung im Zuge des Ukrainekriegs bietet sich nun die Chance, endlich eine konsequente Energiewende hin zu erneuerbaren Energien zu vollziehen.

Deswegen lasst uns am 22.04. gemeinsam auf die Straße gehen, um für eine konsequente Energiewende einzustehen.💡

Um Stimmung für den Klimastreik am 22.04 zu machen, haben wir Plakate zum Ausdrucken designt, die gerne ausgedruckt werden können, um sie dann in der Stadt zu verteilen!

Plakat Klimastreik 22.04.22

Wir freuen uns auf Euch!
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Globaler Klimastreik am 25.03.: Laut und bunt für Klimagerechtigkeit!

Am Freitag den 25.03.2022 streikten mehrere tausend Menschen in Oldenburg für mehr Klimagerechtigkeit. Motto des Streiks war PeopleNotProfit, womit auf die Zusammenhänge zwischen dem Handeln westlicher Konzerne und Regierungen zu der Ausbeutung und Unterdrückung von MAPA (Most Affected People and Areas, am meisten betroffene Menschen und Gebiete) aufmerksam gemacht werden sollte.

Ab 10 Uhr gab es ein buntes Vorprogramm bestehend aus Infoständen, einer Malaktion und einem Bühnenprogramm von den Zirkusschulen Seifenblase (https://www.zirkusschule-seifenblase.de/) und Sternchen (https://eshv.de/circus-sternchen/aktuelles-circus/).

Danach folgte um 11 Uhr ein toller Auftritt von Älice (https://kesselfestival.de/hauptbuehne/aelice), welcher alle für die kommende Demo motivierte.

Nach vier tollen Redebeiträgen zu den Themen Kommunalpolitik, Tierrechte und Ausbeutung, den Zusammenhang zwischen Krieg, Flucht und Klima und zu der Blockade, welche aus dem Demozug heraus durchgeführt wurde, ging es schließlich los.

Vom Pferdemarkt über den Wallring mit Schlenker an Herbart- und Altem Gymnasium vorbei zurück zum Pferdemarkt lief der Demozug, es wurden Sprüche gerufen, was für eine sehr stimmungsvolle Demo sorgte, und das sonnige Wetter genossen.

Vielen Dank an alle, die mit uns gestreikt haben, die aufgestanden sind für Klimagerechtigkeit! Die geziegt haben, dass trotz der aktuellen Krisen Klimaschutz nicht vergessen werden darf, sondern aktueller denn je ist!

Aufruf Globaler Klimastreik von Fridays for Future am 25.03.2022

Am 25.03. um 12 Uhr streikt Fridays for Future Oldenburg anlässlich des nächsten Globalen Klimastreiks unter dem Motto #PeopleNotProfit auf dem Pferdemarkt. Fokus des Streiks soll die strukturelle Benachteiligung von MAPA (Most Affected People and Areas, die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Menschen und Gebiete) sein. Damit soll auf die Verbindungen von europäischen, global agierenden Unternehmen und Regierungen zu Umwelt- und sozialen Schäden und Folgen in anderen Ländern aufmerksam gemacht werden.
Ab 10 Uhr wird es ein buntes Vorprogramm aus Infoständen, Reden und Kunstaktionen geben. Um 12 Uhr soll dann der eigentliche Streik als Laufdemo unter Einhaltung der bestehenden Coronabeschränkungen (Abstandsregel und FFP2-Maske tragen) starten. Diese wird vom Pferdemarkt aus starten.
Es ist völlig klar, dass sich die Klimakrise nicht auf einzelne Staaten beschränkt. Deswegen ist es elementar, dass die Problematiken global gedacht werden. Beispiele hierfür sind global agierende Unternehmen, globale Lieferketten und auch globale Abkommen und Bündnisse. Hier fordern wir, dass die Folgen des Handelns eines Staates bzw. eines nationalen Unternehmens für die Weltgemeinschaft, insbesondere für MAPA mitgedacht und beachtet werden. Das bedeutet insbesondere, dass  betroffene und benachteiligte Menschen selbst angehört und gleichberechtigt im Dialog behandelt werden. Auch das Verursacherprinzip, also dass ein Akteur für die Folgen seines Handelns überall auf der Welt verantwortlich ist, muss beachtet und eingehalten werden.
,,Staaten und Unternehmen, die in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten am meisten von ausbeuterischem Handeln profitiert und die jetzigen Verhältnisse durch ihr Handeln erst möglich gemacht haben, drücken sich jetzt um ihre historische und aktuelle Verantwortung. Eine Verbesserung der Bedingungen in benachteiligten Gruppierungen und Ländern unter gleichberechtigtem Einbezug dieser ist dringend notwendig.“, Emilia für Fridays for Future Oldenburg
Dies ist insbesondere relevant, als benachteiligte Gruppen verletzlicher für die Folgen des Klimawandels sind: Sie können sich Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels, wie bspw. Schutz vor Überschwemmungen, Hitze und Sturm schlicht nicht leisten. 
Ebenso sind sie, obwohl am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich, am meisten betroffen. In Bangladesch zum Beispiel spüren die Menschen, insbesondere in Küstengebieten, schon jetzt die Folgen des Klimawandels. Dazu gehören mehr und stärkere Stürme, Überschwemmungen und ein veränderter Monsun. Dies sind oft die selben Menschen, die für die westliche Welt Billigprodukte unter schlimmsten Arbeitsbedingungen herstellen. Hier zeigen sich neokoloniale Machtstrukturen, welche sich seit Bestehen des Ursprungskolonialismus gehalten haben und weiter fortbestehen. Um diese aufzubrechen, ist hier ein ehrliches, gleichberechtigtes Anhören von MAPA enorm wichtig.
Gleichzeitig müssen sich Oldenburg, Deutschland und Europa verstärkt mit den Themen Rassismus und allgemein Diskriminierung auseinandersetzen. Auch wie noch heute von der Ausbeutung profitiert wird muss anerkannt werden, um Veränderung zum besseren hin/ zu einem gleichberechtigten Miteinander möglich zu machen. Auch die Kolonialgeschichte und inwiefern Oldenburg davon profitiert hat gehören erforscht – daraus lassen sich sicherlich viele Schlüsse zum Umgang mit benachteiligten Gruppen und zur Förderung dieser heutzutage ziehen.
,,Wir werden den Klimawandel nur gemeinsam aufhalten können. Umso wichtiger ist es, als Weltgemeinschaft zusammenzuhalten, Kolonialismus aufzuarbeiten und Diskriminierung zu bekämpfen. Dies hilft im Endeffekt auch uns, da nur gleichberechtigte Menschen und Völkergemeinschaften gemeinsam stark und widerstandsfähig gegen die Klimakrise kämpfen können.“, Jakob für Fridays for Future Oldenburg
Weitere Infos und unterstützende Gruppen werden hier veröffentlicht: https://www.fridaysforfuture-oldenburg.de/globaler-klimastreik/

Rassismus sichtbar bekämpfen – Für ein modernes Oldenburg!

Am 22.01. streikten wir gemeinsam mit United Against Racism (https://www.instagram.com/unitedagainstracism.oldenburg/) mit ca. 150 Menschen für mehr Klimagerechtigkeit.
Anlass hierfür war der 3. Geburtstag von FFF Oldenburg.
Der Schwerpunkt des Streikes lag darauf, sich klar gegen Rassismus, Untedrückung und Ausgrenzung jeder Art zu positionieren, welche BIPoC (Black, Indigenous and People of Colour) auch in Deutschland immernoch in ihrem täglichen Leben erfahren. Denn obwohl wir schon 3 Jahre lang für mehr Klimagerechtigkeit streiken, ist noch zu wenig erreicht.
Nach einigen Redebeiträgen von Vertreter:innen verschiedenster Gruppierungen lief der Demozug unter lauten ,,No justice – no peace!“- und ,,Rassimus tötet!“- Rufen bis zum Hafen, am Bahnhof vorbei und über den Theaterwall wieder zurück zum Schlossplatz. Dabei sorgten viele Fahnen, Banner und durchgängig gerufene Demosprüche für eine laute und bunte Demo für mehr Vielfalt.
Vielen Dank an alle, die mit uns gestreikt haben!
Schaut gerne auf Instagram bei United Against Racism vorbei: https://www.instagram.com/unitedagainstracism.oldenburg/

Rassismus sichtbar bekämpfen – Für ein modernes Oldenburg

Aufruf zur Demo 22.1.2022

„Während der COP26 (UN-Klimakonferenz in Glasgow) forderten MAPA (Most affected People and Areas) und zahlreiche NGOs 100 Milliarden Euro Entwicklungshilfe bzw. Reparationen, um die Folgen der Klimakrise und die Folgen kolonialistischen und neokolonialistischen Handelns zu bekämpfen. Dies kam nicht zustande. Es wurde mal wieder ausgeblendet, dass die Klimakrise bereits schmerzhafte Realität vor allem in früher kolonialisierten Ländern ist,“ so erklärte es der 29-jährige Aktivist Stiven von FridaysforFuture.

Darin zeigen sich die selben rassistischen Machtstrukturen, die in der Kolonialzeit etabliert wurden. Vielen Formen dieser Diskriminierung begegnen wir leider auch in Oldenburg. Ein breites Bündnis aus FridaysForFuture Oldenburg, UnitedAgainstRacism, Seebrücke
Oldenburg, StudentsForFuture Oldenburg, Greenpeace Oldenburg, JANUN e.V. Oldenburg, NIKA Oldenburg, WeMigrants und NoLager Osnabrück ruft zum Streik „Rassismus sichtbar bekämpfen – Für ein modernes Oldenburg“ am 22.01.2022 um 15 Uhr auf dem Schlossplatz auf. Anlass hierfür sei der 3. Geburtstag von FridaysForFuture Oldenburg.

„Dies ist wahrlich kein Tag zum Feiern. Immer noch verschläft auch die neue Bundesregierung die Klimakrise und nimmt das Zepter des Handelns nicht in die Hand. Ein Plan über 2030 hinaus fehlt bislang komplett“, so äußert der 16-jährige Levi sich der NWZ gegenüber.
Des Weiteren erklärt das Bündnis, es werde für ein offenes und vielfältiges Oldenburg einstehen. „Uns geht es bei der Petition um die M-Straße darum, die Geschichte von Schwarzen Deutschen und Schwarzen Menschen weltweit sichtbar zu machen und somit das Stadtbild offener für alle Menschen zu gestalten“, berichtet Seedy von UnitedAgainstRacism.

In Oldenburg ist keine Straße nach BIPOC (Black, Indigenous, People of Color benannt. Es wird nicht sichtbar erinnert an Menschen, die auch nach der Zeit des Nationalsozialismus rassistisch verfolgt oder diskriminiert wurden, auch fehlt es an einer kritischen Aufarbeitung, wie Kolonialismus und auch Neokolonialismus in Oldenburg wirksam waren
und sind. Vielmehr wird immer noch gefragt, in wieweit Rassismus ein Problem in Oldenburg sei. Die strukturelle Dimension von Rassismus wird noch immer ausgeblendet. Vermeintlich normale, jedoch rassistische/diskriminierende Handlungen oder normalisierte rassistische
und diskriminierende Praktiken in Institutionen und Organisationen werden nicht ausreichend reflektiert. ,,Wir möchten das ändern, denn spätestens nach den Anschlägen in Kassel, Hanau und Halle müssen wir klarer gegen strukturellen Rassismus, Antisemitismus und rechte Hetze
vorgehen“, sagt der 16-jährige Marcel von FridaysForFuture.

Vor allem ehemalige Kolonialmächte profitieren noch immer von der Ausbeutung der ehemals kolonisierten Regionen siehe z.B. bei der E-Mobilität, in der Bekleidungsindustrie und Fleischindustrie. Im Diskurs zur Klimakrise werden selten Expert*innen aus Regionen (an)gehört und wahrgenommen, wo der Klimawandel bereits drastische Auswirkungen hat. Die Perspektive, die Wissensstrukturen und -produktion sind stark eurozentrisch. Dies wird
auch auf der lokalen Ebene im Alltag, in Politik, Verwaltung und Wirtschaft wirksam. So wird auf allen Ebenen die E-Mobilität des Individualverkehrs Befürwortet und forciert, obgleich dafür unter problematischen Arbeitsbedingungen abgebaute seltene Erden erforderlich sind und über die damit verbundene Müllproduktion nicht gesprochen wird.

Wissenstand wird nicht aktualisiert bzw. Klimaziel angezogen, Prozesse werden herausgezögert, BIPoC Personen werden von Stadtratsmitglieder*innen und Oberbürgermeister nicht ernst genommen, beispielsweise bei Bürger*innenfragestunden, Sichtweisen, Einwänden wie M-Straße, Einnahme von Begriffen, wie z.B. PoC (People of color nicht Point of Care). Es gibt keine nachhaltig initiierten Prozesse, um vorhandene Strukturen in Verwaltung, Politik und Wirtschaft zu verändern, damit Rassismus keinen Platz hat. Mehr Präventions- und Hilfsangebote sind notwendig, um Alltagsrassismus zu bekämpfen und eine
solidarische, eine lebenswerte Stadt für alle zu schaffen.