Aufruf

Darum streiken wir am 23.09. in Oldenburg!

Kurzaufruf:

Am 23. September gehen wir wieder zum Globalen Klimastreik auf die Straße! 
Ab 10:30 Uhr wird es auf dem Schlossplatz ein vielfältiges Vorprogramm geben. Ab 12 Uhr wird der Streik loslaufen.
Wir fordern 
– Menschen vor Profitinteressen  (#PeopleNotProfit), 
– eine solidarische, ökologische und faire Landwirtschafts- und Energiepolitik (#GemeinsamGegenDieTierindustrie #stopLNG) und 
einen Schuldenerlass sowie Klimareparationen für den globalen Süden (#LossAndDamage)!
Daher kommt mit uns auf die Straße!
Wir freuen uns auf euch! 

Langfassung:

Unser Forderung #PeopleNotProfit (MenschenVorProfitinteressen)! 
Mit dieser Forderung rufen wir zum globalen Klimastreik am 23. September ab 12 Uhr auf dem Schlossplatz auf.  Wir fordern eine Politik, die nicht Profitinteressen, sondern Menschen, Natur und Tiere in den Mittelpunkt stellt. und  schließen  uns damit den Forderungen von FridaysForFuture International an.
Wir setzen diese Themenschwerpunkte:

1) Globale Verantwortung übernehmen – Klimareparationen und Schuldenerlass

2) Tier- und Landwirtschaft und ökologische Produktion

3) Gerechte Preise für Energie – Keine schmutziges Gas

1) Globale Verantwortung übernehmen – Klimareparationen und Schuldenerlass
Die Klimakrise ist seit Jahrzehnten bekannt. Wissenschaftler*innen warnen drastisch vor ihren Auswirkungen. Doch die verantwortlichen Staaten schauen weg. Denn zynischer Weise sind gerade diejenigen, die wenig bis gar nicht für die Klimakrise verantwortlich sind, am meisten davon betroffen.
Zu diesen am meisten betroffenen Gebieten gehören vor allem Länder und Regionen des sogenannten globalen Südens (Mittelamerika, Südamerika, Afrika, Arktis, Antarktis, Ozeanien und großen Teilen von Asien).
In diesen Ländern und Regionen werden Extremwetterereignisse wie Dürren, Hitzewellen und Waldbrände, Starkregen und Überflutungen immer häufiger und zerstören die Lebengrundlagen von Mensch und Tier.
Wir fordern eine gerechte Klimafinanzierung. 
Das 2009 auf der UN-Klimakonferenz von den Industrieländern gegebene Versprechen, den Ländern des globalen Südens mindestens 100 Milliarden US-Dollar im Jahr für die Anpassung an die Klimakrise und für den Ausstieg aus fossilen Energien zur Verfügung zu stellen, muss eingehalten werden. 
Außerdem braucht es zusätzlich verbindliche Regelungen für die Zahlung von Klimareparationen. Es müssen von den Industrieländern Kompensationen für die Schäden und unwiederbringlichen Verluste gezahlt werden, die die Menschen im globalen Süden durch die Klimakrise erleiden. 
Bisher gibt es keine Regelungen für diese Verluste und in Fällen wie z.B. bei der Flutkatastrophe in Pakistan ist es oft die einzige Möglichkeit für die Regierung, noch einen weiteren Kredit aufzunehmen, um der Bevölkerung zu helfen und den Wiederaufbau zu bezahlen.
Deshalb ist es zwingend nötig, dass auf der nächsten UN-Klimakonferenz endlich die Verhandlungen zu den Regelungen über die Finanzierung von Schäden und Verlusten (Loss and Damage) aufgenommen werden und spätestens bis zur COP28 verbindliche Vereinbarungen getroffen werden.
Auch fordern die betroffenen Staaten einen internationalen Schuldenerlass. Das soll die Abhängigkeit und den ewigen Kreislauf aus Schulden und Zinsen beenden. Diesen Forderungen schließen wir uns grundsätzlich an. Denn die Schulden, die diesen Ländern von Institutionen, wie dem internationalen Währungsfonds auferlegt wurden, zwingen die Länder dazu, diese mit Raubbau an den eigenen natürlichen Ressourcen zurückzuzahlen. Von den Produkten des Raubbaus profitieren hauptsächlich reiche Industrienationen. Die Schulden hindern die Länder zusätzlich daran, einen nachhaltigen Wandel zu vollziehen. Und ihre eigenen Einwohner*innen vor den jetzt schon lebensgefährdenden Auswirkungen der Klimakrise zu schützen. So zum Beispiel zu sehen in Makassaar (Indonesien): Fluten im Dezember 2021 haben 1000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Sie mussten evakuiert werden. Betroffen von der Flut waren 6412 Menschen, 1603 Wohnunterkünfte waren betroffen und es mangelt an sauberem Wasser. Dies ist nur ein Beispiel von vielen de­sas­t­rösen Auswirkungen unseres Wirtschaftens.
Wir möchten gemeinsam dafür einstehen, dass diejenigen, die von der Klimakrise am meisten betroffen sind, gehört werden und gleichberechtigt an Verhandlungen und Entscheidungen teilnehmen.
Durch die Corona-Pandemie und den Krieg gegen die Ukraine sehen wir: Wenn der politische Wille da ist, kann schnell gehandelt werden. 
Wir fordern die Bundesregierung, insbesondere Frau Baerbock und Frau Schulze, auf, sich in Verhandlungen für Klimagerechtigkeit einzusetzen. Die kolonialen Abhängigkeit, Ausbeutung und Unterdrückung des globalen Südens muss beendet werden. Eine gerechte Klimafinanzierung ist dabei unabdingbar. Zahlungen an die betroffenen Länder sind dabei keine Wohltätigkeit, sondern die Verpflichtung der Industrieländer als Verursacher der Klimakrise.
Deshalb streiken wir Seite an Seite mit den Betroffenen weltweit, um Klimagerechtigkeit für alle Menschen zu fordern.

2) Tier- und Landwirtschaft und ökologische Produktion

,,Aber was hat Europa oder Deutschland schon damit zu tun?“, werden sich einige nun fragen, aber Fakt ist, dass auch Europa und Deutschland vor Ort einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für diesen Missstand leisten.
Ein regionales Beispiel dafür, ist die Tierindustrie im Oldenburger Land.
Dabei geht es nicht nur um die katastrophalen Bedingungen, unter denen einige der Tiere gehalten werden, sondern auch  um die desaströsen Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeiter*innen. Großkonzerne wie Tönnies beuten systematisch Arbeiter*innen finanziell, körperlich und psychisch aus.
Zu diesen Problemen gehört auch die dahinterstehende Futtermittelindustrie. Soja und andere Futtermittel werden weit entfernt von den eigentlichen Endverbraucher*innen angebaut. In Ländern wie beispielsweise Argentinien oder Brasilien wird dafür eine enorme Fläche benötigt, um diese anzubauen.  Ökosysteme, wie der Regenwald, werden folglich nach und nach zerstört. Insbesondere, weil intakte Ökosysteme sich besonders gut an klimatische Veränderungen anpassen und diese abfedern können, ist dies ein ernstzunehmendes Problem. Werden die Anbauländer nicht oder nur eingeschränkt am erzielten Gewinn beteiligt und gleichzeitig sogar Natur dauerhaft zerstört, muss dies als neokoloniale Wirtschaftspraxis der entsprechenden Unternehmen benannt werden. 
Dazu kommt der enorme Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen, wie z.B. Methan und Lachgas, welche zwar weniger lange in der Atmosphäre bleiben, dafür aber um einiges schädlicher sind. Alleine die Ammerländer Molkerei kommt auf eine Jahresbilanz von 7 Millionen Tonnen CO2 (im Jahr 2013 waren es „noch“ 4,42 Mio. Tonnen), damit verursacht ein vergleichsweise „kleines und regionales“ Unternehmen 10% der niedersächsischen Emissionen und der Ausstoß von CO2 steigt mit jedem Jahr deutlich an.
Dieses System dürfen wir so nicht weiter unterstützen. Wir müssen zusammen mit Landwirt*innen auf Augenhöhe Lösungen finden, um unsere Tier- und Landwirtschaft langfristig sozial und ökologisch umzugestalten!

3) Gerechte Preise für Energie – Kein schmutziges Gas

Seit inzwischen sechs Monaten herrscht Krieg in der Ukraine. Ein brutal geführter Angriffskrieg, dessen Opfer vor allem die ukrainische Zivilbevölkerung ist.
Fakt ist, dass die deutsche Bundesregierung uns durch die verpasste Energiewende, in eine enormen Abhängigkeit von Gas und besonders dem aus Russland.
Aber anstatt nun endlich mit aller Konsequenz weg von dreckigen Energieträgern wie Gas zu kommen,  und endlich eine Energiewende in Richtung erneuerbarer Energien in die Wege zu leiten, setzt die Bundesregierung auf LNG-Terminals (Liquified Natural Gas – Flüssiges Erdgas) . Diese sollen unter anderem dreckiges Fracking-Gas aus den Vereinigten Staaten und Katar entgegennehmen.
Dabei ist gerade Fracking eine extrem umweltschädliche Technik, welche besonders die lokale Bevölkerung stark durch Umweltverschmutzung beeinträchtigt und zu kleineren Erdbeben wie in Groningen führt.
Als wäre dies nicht genug, wird diese klimaschädliche Energieform von der EU auch noch als nachhaltig eingestuft, denn seit diesem Frühjahr gelten Atomkraft und Gas laut EU als ,,nachhaltige Überganglösung“.
Wir fragen uns, was für ein Übergang hier gemeint ist. Wenn nun neue Gaskraftwerke gebaut werden und auch Atomkraft wieder als Option behandelt wird, ist das für uns ein Rückschritt(Rollback)! Diese scheinbaren Lösungen lenken uns nur von den echten Lösungen ab, nämlich Energie erneuerbar zu gewinnen und sparsamer zu nutzen.
Atomkraft sollte schon längst vom Tisch sein! Denn wir haben bereits jetzt ein Sicherheitsproblem mit der Endlagerung von Atommüll und diktatorischen Staaten wie Russland, welche Atomkraftwerke als Waffen nutzen.
Eine Energiewende ist längst überfällig. Wir brauchen zukunftssichere Lösungen, um gerechte Energiepreise langfristig zu gewährleisten, und uns nicht mehr in Abhängigkeit von Autokratien zu begeben.

 

Deswegen streikt mit uns am 23.09. um 12 Uhr auf dem Schlossplatz:
Für Klimagerechtigkeit weltweit, für Reparationszahlungen und Schuldenerlasse an den globalen Süden, eine ökologische und soziale Landwirtschafts- und Energiepolitik.
Seid laut und bunt und bringt alle eure Freunde und Bekannten mit.
Bei Fragen schreibt uns gerne über Instagram @fridaysforfuture.oldenburg oder per Mail an oldenburg@fridaysforfuture.de
Wir freuen uns auf euch!